📋 Das Wichtigste in Kürze
  • Fake-Bewertungen erkennt man häufig an typischen Mustern: übermäßig pauschale Formulierungen, identische Sternebewertungen in kurzen Zeitfenstern, keine anderen Bewertungen im Profil des Bewerters oder Formulierungen, die inhaltlich nicht zur tatsächlichen Leistung passen.
  • Das Erkennen von Fake-Bewertungen ist wichtig, aber nicht das eigentliche Ziel. Das Ziel ist die Löschung. Und für die Löschung braucht man keine sichere Identifizierung des Fakes, sondern eine substanziierte Beanstandung bei der Plattform.
  • BewertungsSchirm prüft kostenlos, ob eine verdächtige Bewertung auf anwaltlichem Weg gelöscht werden kann.

Was sind Fake-Bewertungen und wie entstehen sie?

Fake-Bewertungen sind Rezensionen, die nicht auf einer echten Kunden- oder Nutzererfahrung mit dem bewerteten Unternehmen basieren. Sie stammen von Personen, die entweder nie Kunde waren oder die eine Bewertung abgeben, ohne die tatsächliche Leistung des Unternehmens in Anspruch genommen zu haben. Fake-Bewertungen können aus verschiedenen Quellen stammen: von Wettbewerbern, die die Reputation eines Konkurrenten schädigen wollen, von entäuschten Bewerbern, ehemaligen Mitarbeitern mit persönlichen Motiven, oder von Personen, die aus anderen Gründen eine Hetzkampagne gegen ein Unternehmen führen.

In manchen Fällen werden Fake-Bewertungen sogar systematisch eingekauft: über Dienstleister, die gegen Bezahlung negative Bewertungen auf Plattformen platzieren. Dieses Phänomen ist zwar weniger verbreitet als positive Fake-Bewertungen (die manche Unternehmen für sich selbst kaufen), aber es kommt vor und kann ein Unternehmen erheblich schädigen.

Entscheidend ist: Fake-Bewertungen sind nicht nur unethisch, sie sind auch rechtswidrig. Eine Bewertung ohne echte Kundenbeziehung täuscht andere Nutzer über die tatsächliche Qualität eines Unternehmens. Plattformen wie Google haben ausdrücklich Richtlinien gegen Fake-Bewertungen. Und nach der BGH-Rechtsprechung sind Plattformbetreiber bei substanziierten Zweifeln an der Authentizität einer Bewertung zur Prüfung verpflichtet.

Typische Erkennungsmerkmale einer Fake-Bewertung

Keine dieser Merkmale allein beweist, dass eine Bewertung gefälscht ist. Aber das Zusammentreffen mehrerer dieser Merkmale ist ein starkes Indiz. Im Kontext einer Beanstandung können diese Merkmale substanziiert dargelegt werden.

Erstens: Übermäßig pauschal oder generisch formuliert. Wenn eine Bewertung keine konkreten Details über die Leistung, das Personal oder den Besuch enthält, sondern nur allgemeine Aussagen wie „Schlechter Service, nie wieder“, kann das ein Hinweis auf eine Fake-Bewertung sein. Echte Kunden neigen dazu, konkrete Erlebnisse zu beschreiben.

Zweitens: Zeitliche Häufung. Wenn mehrere sehr negative Bewertungen in kurzer Zeit, zum Beispiel innerhalb weniger Stunden oder Tage, eingehen, ist das verdächtig. Eine plötzliche Welle negativer Bewertungen ohne erkennbaren Auslöser deutet auf eine koordinierte Kampagne hin.

Drittens: Das Bewerterprofil hat keine anderen Bewertungen. Konten, die ausschließlich eine einzige negative Bewertung abgegeben haben und sonst keine Aktivität zeigen, sind häufig für diesen Zweck erstellt worden. Google nennt diese „Single-Review“-Konten, und sie sind ein bekanntes Muster bei Fake-Kampagnen.

Viertens: Die Bewertung enthält Informationen, die nicht stimmen. Wenn die Bewertung Details beschreibt, die mit der tatsächlichen Unternehmensrealität nicht übereinstimmen (falsche Preise, nicht existierende Mitarbeiter, nicht angebotene Leistungen), ist das ein konkreter Hinweis auf Unwahrheit.

Das Bewerterprofil analysieren

Eine wichtige Methode zur Erkennung von Fake-Bewertungen ist die Analyse des Bewerter-Profils. Bei Google und anderen Plattformen sind Bewerterprofile oft öffentlich einsehbar. Man kann prüfen, wie viele Bewertungen das Konto insgesamt abgegeben hat, ob die anderen Bewertungen thematisch passen und ob das Konto kürzlich erstellt wurde.

Ein Google-Konto, das vor einem Monat erstellt wurde und seitdem ausschließlich eine einzige 1-Stern-Bewertung für ein bestimmtes Unternehmen abgegeben hat, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Fake-Konto. Diese Informationen können bei einer Beanstandung als substanziierte Hinweise eingebracht werden.

Auch die geografische Konsistenz der Bewertungen kann einen Hinweis geben. Wenn jemand eine Bewertung für ein lokales Unternehmen in einer bestimmten Stadt abgibt, dessen Profil aber ausschließlich Bewertungen von Unternehmen in einer anderen Region zeigt, ist das verdächtig.

Koordinierte Kampagnen erkennen

Besonders schwerwiegend sind koordinierte negative Kampagnen, bei denen viele Fake-Bewertungen in kurzer Zeit eingehen. Diese Kampagnen können aus dem Umfeld eines Wettbewerbers stammen oder durch soziale Netzwerke organisiert werden. Erkennungsmerkmale koordinierter Kampagnen sind: ähnliche oder identische Formulierungen in mehreren Bewertungen, dasselbe Erstellungsdatum der Bewertungen, eine plötzliche Verschlechterung des Gesamtdurchschnitts in kurzer Zeit ohne erkennbaren realen Auslöser.

Wenn eine koordinierte Kampagne vermutet wird, empfiehlt sich ein gebündeltes Vorgehen: Alle verdächtigen Bewertungen gleichzeitig beanstanden und dabei explizit auf das koordinierte Muster hinweisen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Plattform das Problem als systematisch erkennt und entsprechend handelt.

Was nach dem Erkennen einer Fake-Bewertung zu tun ist

Das Erkennen einer möglichen Fake-Bewertung ist der erste Schritt. Der zweite und wichtigere Schritt ist die Dokumentation: Screenshot mit Datum, vollständigem Text und dem Bewerterprofil. Diese Dokumentation ist die Grundlage für die spätere Beanstandung. Je vollständiger die Dokumentation, desto besser die Ausgangslage.

Der dritte Schritt ist die anwaltliche Prüfung. BewertungsSchirm prüft kostenlos, ob die vorliegenden Hinweise für eine substanziierte Beanstandung ausreichen. Nicht jeder Verdacht auf eine Fake-Bewertung führt automatisch zur Löschung, aber wenn die Hinweise konkret sind, ist die Erfolgschance hoch.

Der Weg zur Löschung von Fake-Bewertungen

Die substanziierte Beanstandung einer Fake-Bewertung bei der Plattform ist der wirksamste Weg zur Löschung. Anders als bei einfachen Nutzermeldungen, die häufig ohne Prüfung abgelehnt werden, verpflichtet eine anwaltliche Beanstandung die Plattform zur sorgfältigen Prüfung. Bei Google richtet sich diese Beanstandung direkt an die Rechtsabteilung und nicht über die Standard-Meldeschaltfläche.

Wenn die Plattform nach der Beanstandung den Verfasser der Bewertung zur Bestätigung auffordert und dieser keinen Nachweis einer echten Kundenbeziehung erbringen kann, wird die Bewertung in den meisten Fällen gelöscht. Das ist das Kernprinzip, das auf der BGH-Jameda-Rechtsprechung basiert und auf alle Bewertungsplattformen angewendet werden kann.

Häufige Fragen

Muss ich beweisen, dass eine Bewertung gefälscht ist?

Nein. Es reicht aus, substanziierte Hinweise auf eine fehlende Kundenbeziehung vorzubringen. Die Plattform muss dann den Bewerter um einen Nachweis bitten. Kann der Bewerter keinen Nachweis erbringen, wird die Bewertung gelöscht. Sie müssen also nicht den abschließenden Beweis erbringen, sondern „nur“ begründeten Zweifel wecken.

Kann ich eine Fake-Bewertung strafrechtlich verfolgen?

Wenn eine Fake-Bewertung nachweislich falsche Tatsachenbehauptungen enthält, kann eine Strafanzeige wegen übler Nachrede oder Verleumdung erstattet werden. Im Rahmen eines Strafverfahrens kann die Staatsanwaltschaft die Identität des Verfassers ermitteln. Dieser Weg ist jedoch aufwendig und nicht immer erfolgreich.

Anonyme Bewertungen besonders angreifbar: Die meisten negativen Bewertungen stammen von anonymen Profilen. Anonyme Bewerter können ihren Kundenstatus in der Regel nicht nachweisen, was eine rechtliche Löschung in vielen Fällen erst möglich macht. Unsere Anwälte prüfen kostenlos, ob das auf Ihre Bewertung zutrifft.
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